Ausbau der B304 in Altenmarkt a.d. Alz

Doch der Neubau der Alzbrücke war nur der erste Schritt, dem wachsenden Verkehr Herr zu werden. Die Altenmarkter lebten bis 1962 sehr gefährlich. Entlang der Wasserburger- und Hauptstraße spielt sich hauptsächlich das Leben ab. Hier liegen die Geschäfte, in denen die Bevölkerung ihre täglichen Bedarfsgüter einkauft. Es erwies sich als absolute Notwendigkeit, die Fußgänger von der Fahrbahn wegzubringen und zu ihrem Schutze beiderseits der Bundesstraße 304 Fußgängergehsteige anzulegen. Gleichzeitig sollte an verschiedenen Stellen eine Straßenverbreiterung und Begradigung vorgenommen werden, damit der Verkehr flüssiger und die Übersicht besser wird. Der Altenmarkter Gemeinderat unter seinem damaligen 1. Bürgermeister Franz Wimmer begann schon im Jahre 1955 beim Straßenbauamt Traunstein auf die Verbesserung der Verkehrsverhältnisse in Altenmarkt zu drängen. Indes, der Ausbau der Ortsdurchfahrt ließ noch Jahre auf sich warten. Allzuviele Schwierigkeiten waren zu beseitigen. Mehrere Gebäude, die zu weit in die Bundesstraße hereinragten, mußten ganz oder teilweise abgetragen werden. Da alle diese Häuser in Privatbesitz waren, mussten sie vorher gekauft werden. Die Kaufverhandlungen verliefen teilweise sehr schleppend, weil die betroffenen Hauseigentümer versuchten, möglichst viel ,,herauszuholen".

Das erste Haus, das der Straßenausbau forderte, war das sogenannte Nambergerhaus (Hauptstraße 15), in dem sich nach den Schilderungen Weindls (Teil II der Ortsgeschichte) einstens das Ehehaftsbad befunden haben muß. Mit modernen Maschinen wurde es im Jahre 1956 niedergerissen.


Die Hammerschmiede links, das Wohnhaus Hauptstraße 15 rechts.
Im Vordergrund rechts das Gasthaus Kappauf
(Blick von Süden nach Norden).

Ein Jahr später, im Jahre 1957, folgte die um 1560 errichtete Hammerschmiede. Der Abbruch dieses historischen Gebäudes stieß bei der Bevölkerung verschiedentlich auf Widerstand. Obwohl die Hammerschmiede seit Jahrzehnten nicht mehr betrieben wurde und - wie die Fotoaufnahmen beweisen- dem Zerfall sehr nahe war, wollten sich die Altenmarkter nicht von ihr trennen. Aber alles Wehklagen half nichts. Die Hammerschmiede erlebte ihren 400. Geburtstag nicht mehr. Zum Glück ist die Einrichtung erhalten geblieben. Sie wurde schon Jahre zuvor in das Heimatmuseum nach Trostberg überführt und dort naturgetreu aufgebaut. Sogar der große Hammer mit dem zugehörigen Amboß gibt auf diese Weise von der einstigen Schmiedekunst und Arbeitsweise Zeugnis.